Donnerstag, 05 Dezember 2019
  • Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 06. September 2018 17:53
  • Geschrieben von Max Strohmann
  • 05 Mär

 

2006 - „ Immer dieser Vollmond “

von Wolfgang Bräutigam

Gehören Sie auch zu den Leuten, die in Vollmondnächten unruhig schlafen und schweißgebadet nach einem Traum aufwachen? Der Landwirt zählt zu diesem Personenkreis.

In jeder Vollmondnacht hat er unrealistische, nicht nachvollziehbare Träume, die er am anderen Tag um jeden Preis in die Tat umsetzt, da ihm eine Wahrsagerin vor Jahren vorhergesagt hat, dass diese Träume in Erfüllung gehen werden. Dies natürlich sehr zum Unwillen seiner Familie. So hat er zum Beispiel 10.000€ beim Pferderennen ver(t)räumt. Nach dem vorletzten Vollmond hat er wegen einer erträumten Verdoppelung der Ölpreise 500.000 Liter Diesel bestellt, wovon der erste Teil nun zur „ Freude“ von Ehefrau  und Schwiegermutter in Form von einem Tanklastzug im Hof steht. Der Höhepunkt des Traumtänzers ist erreicht, als ihm träumt, dass er in Besitz einer Maschine kommt, mit deren Hilfe er seinen Tierbestand durch die neueste Methode des Klonens vervielfältigen kann. Als ihm kurze später von einem amerikanischen Forscher eine entsprechende Maschine vorgestellt wird, wittert der Landwirt seine große Chance auf die Realisierung seines nächtlichen Traums. Und tatsächlich, es funktioniert. Der Tierbestand wird in Kürze mehr als verdreifacht, und es winkt endlich der große Profit. Da sich dadurch auch die Arbeit vermehrt und das Personal streikt, wird mit Hilfe der Maschine auch das Personal vermehrt. Und auch das funktioniert, plötzlich sind alle Personen doppelt vorhanden, zwei Mägde und zwei Knechte. Da das verdoppelte Personal nur schwer zu kontrollieren ist, scheint dem Tagträumer das Experiment aus den Fugen zu geraten. Auch die Kinder Gabi und Andreas mit ihren Lebensgefährten sowie die Nachbarn steigern durch Falschinformationen, Verwechslungen und Eifersüchteleien das Traumchaos vom Landwirt. Die Englisch lernende Magd hat alle Hände voll zu tun, um ihre Verehrerliste auf dem aktuellsten Stand zu halten. Der Knecht lebt getreu dem Motto: Wer sich neckt, der liebt sich. Die wegen eifersüchtigen Verdächtigungen präparierten Betten führen zu ungeahnten Juckreizen, so dass es schon bald heißt: „ Wer sich kratzt, ist verratzt.“ Als dann die Kontrolleurin der Umweltbehörde, und auch noch eine zweite Schwiegermutter auftaucht, ist es dem Klonkönig endgültig zu viel. Bis er nach einem zwangsweisen Kurzschlaf glaubt, dass wohl alles nur ein Traum war, durchlebt er einige schlaflose und aufreibende Stunden. Als er nach einem verträumten Nickerchen den Tanklastzug, den vielen Tieren, seiner zweiten Schwiegermutter und seinem verdoppelten Personal sowie all den Personen aus seinem Traum gegenübersteht, scheint plötzlich doch alles Wirklichkeit zu sein, oder? Ein lustiges Durcheinander zur Kurierung eines kleinen Traumtänzers mit überraschendem Ende.